• Folsäure Mangel reduziert kognitive Fähigkeiten bei Kindern

    von  • 10/06/2016 • Nachrichten

    Niedrige Folsäure und hohe Homocystein-Spiegel während der Schwangerschaft sind mit geringeren kognitiven Fähigkeiten beim Nachwuchs assoziiert.

    Kleineres Gehirnvolumen und unterdurchschnittliche sprachliche und visuell-räumliche kognitive Fähigkeiten bei Kindern könnten mit niedrigen Folsäure und hohen Homocystein-Spiegeln ihrer Mütter während der Schwangerschaft zusammenhängen – so eine im British Journal of Nutrition publizierte Studie. Die Studienautoren arbeiten am medizinischen Zentrum der Erasmus-Universität Rotterdam und gehören zum Team der “Generation R”-Studie, an der fast 10.000 schwangere niederländische Frauen teilnahmen.

    Die vorliegende Studie suchte bei 256 sechs- bis achtjährigen Kindern nach einem Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen und geringeren kognitiven Fähigkeiten und niedrigen Folsäure respektive hohen Homocystein-Blutwerten (unter 8 Nanomol pro Liter bzw. über 9.1 Mikromol pro Liter) ihrer Mütter während der Schwangerschaft. Kognitive Fähigkeiten der Kinder wurden mit Hilfe von Intelligenztests untersucht, emotionale und Verhaltensprobleme mittels einer Checkliste von den Müttern erfragt. Zur Messung des Hirnvolumens und anderer Eigenschaften des Gehirns wurden MRI-Scans aufgenommen. In die statistische Auswertung der Daten gingen Faktoren wie Gestationsalter, Bildungsstand und BMI-Wert (vor der Schwangerschaft) der Mütter sowie Stilldauer ein. Mütter mit höheren Folsäure Spiegeln nahmen häufiger Folsäure Supplemente ein, während Mütter mit niedrigen Folsäurespiegeln in der frühen Schwangerschaft häufiger rauchten.

    Die Forscher fanden bei Kindern aus der Gruppe mit niedrigen Folatspiegeln kleinere Gehirnvolumen als bei den Kindern der Gruppe mit normalen Folatspiegeln. Unterstrukturen des Gehirns waren in vergleichbarer Weise verkleinert und demonstrierten so die globale Natur des Effekts. Hohe Homocysteinspiegel allein waren nicht mit einem geringeren Hirnvolumen assoziiert.

    Niedrige Folatspiegel waren ebenso wie hohe Homocystein-Spiegel der Schwangeren beim Nachwuchs mit schlechteren Leistungen auf dem Gebiet der sprachlichen und visuell-räumlichen Intelligenz verknüpft. Dagegen wurde, anders als bei ebenfalls im Rahmen der “Generation R”-Studie vorausgegangenen Untersuchungen mit ein- bis fünfjährigen Kindern, bei den Sechs- bis Achtjährigen kein Zusammenhang mit emotionalen und Verhaltensproblemen mehr gefunden. Die Studienautoren argumentieren, dies könne durch den mit steigendem Alter wachsenden Einfluss kompensierender Umweltfaktoren erklärt werden. Adäquate Ernährung sowie familiäre und soziale Unterstützung könnten, so die Autoren, den schlechteren Start im Laufe der Entwicklung zumindest teilweise wieder ausgleichen.

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