• Granatapfelsaft wirkt gegen oxidativen Stress

    von  • 30/06/2016 • Granatapfel, Körper, Krankheiten, Nachrichten, Stress, Wirkstoffe, Zellen

    In einer im Fachblatt Nutrition veröffentlichten kleinen Studie untersuchten Wissenschaftler der Universität Miguel Hernandez im spanischen Alicante den Effekt von Granatapfelsaft auf biochemische Marker für oxidativen Stress und Entzündungsprozesse bei Ausdauersportlern.

    Es ist bekannt, dass Ausdauertraining, das ein bestimmtes Maß überschreitet, zu oxidativem Stress führt. Mitochondrien – die “Kraftwerke” der Zellen – sind eine wesentliche Quelle reaktiver Sauerstoffspezies, und die während des Trainings erhöhte Stoffwechselaktivität der Mitochondrien steigert die Rate der Freisetzung dieser sogenannten freien Radikalen.

    Als Marker für oxidativen Stress dienten in der Studie Malonyldialdehyd (MDA) und Carbonylproteine. Beide Substanzen sind Endprodukte oxidativer Prozesse in der Zelle, sie entstehen unter Einfluss freier Radikaler aus ungesättigten Fettsäuren beziehungsweise Proteinen.
    Oxidative Schäden können wiederum Entzündungsprozesse auslösen, daher wurden zusätzlich die Spiegel von C-reaktivem Protein (ein Immuneiweiß) und sE-Selectin (ein lösliches Glycoprotein, das bei der Aktivierung von Lymphozyten mitmischt) als Marker für Entzündungsprozesse gemessen.

    Granatapfelsaft ist reich an antioxidativ wirksamen Polyphenolen. Die Erwartung, dass der Saft oxidativen Stress reduziert und den Spiegel oxidativer Stressmarker drückt, liegt daher nahe. Und in der Tat fanden die spanischen Forscher, dass sich der mit dem Training verknüpfte Anstieg der Stressmarker verhindern beziehungsweise die entsprechenden Spiegel sogar senken ließen, wenn die Sportler täglich Granatapfelsaft tranken.

    An der Studie nahmen 31 aktiv trainierende Athleten teil, die aus drei Sportclubs im Südosten Spaniens rekrutiert wurden. (Einige Daten mussten bei der Auswertung allerdings ausgeschlossen werden, da sich neun Teilnehmer nicht exakt an die Vorgaben der Studie gehalten hatten). Ein Drittel der Sportler nahm 21 Tage lang täglich 200 Milliliter Granatapfelsaft zu sich, ein weiteres Drittel die gleiche Menge 1:1 mit Wasser verdünnten Granatapfelsaft, und das letzte Drittel keinen Saft. Der in der Studie genutzte Saft wird unter Verwendung der inneren und äußeren Schalen sowie der Samen von Granatäpfeln hergestellt.

    In der Kontrollgruppe stiegen die MDA- und Carbonylprotein-Spiegel im Verlauf  der 21 Tage signifikant an. Dieser Anstieg unterblieb bei den Teilnehmern in den Granatapfelsaft-Gruppen. In den Granatapfelsaft-Gruppen ergab sich auch eine kleine Senkung der Entzündungsmarker sE-Selectin und C-reaktives Protein. Diese Beobachtung genügte den Signifikanzkriterien der statistischen Analyse jedoch nicht.

    Die Forscher schlussfolgern, dass Granatapfelsaft oxidative Schäden an Zellproteinen und -fetten, die als Folge von Ausdauersport entstehen, verhindern kann. Weitere Studien, die den Effekt von Granatapfelsaft in Abhängigkeit von der Trainingsintensität und auf zusätzliche Stoffwechselparameter (Laktat, Kalium und das Leberenzym AST (Aspartat-Aminotransferase)) untersuchen, seien angezeigt.

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