• Reizdarm Patienten leiden oft an Vitamin D-Mangel

    von  • 30/07/2016 • Darm, Körper, Krankheiten, Nachrichten, Reizdarm, Vitamin D, Wirkstoffe

    dts_image_5919Eine in der Fachzeitschrift BMJ Open Gastroenterology veröffentlichte Studie legt nahe, dass sich die Lebensqualität vieler Reizdarm Syndrom-Patienten durch eine Supplementierung mit Vitamin D verbessern ließe.

    Die an der britischen University of Sheffield durchgeführte Untersuchung widmete sich dem Vitamin D-Status von Reizdarm Patienten sowie den Auswirkungen einer mehrwöchigen Supplementierung mit Vitamin D auf die Symptome der Erkrankung und die Lebensqualität der Betroffenen.

    Es existieren bereits robuste Daten, die Vitamin D-Mangel mit entzündlichen Darmerkrankungen, Darmkrebs und Depressionen in Verbindung bringen. Die Autoren der sich als Pilotstudie verstehenden Untersuchung halten einen solchen Zusammenhang auch beim Reizdarmsyndrom für möglich. Das Reizdarmsyndrom, an dem 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung der Industrieländer leiden, ist eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts und geht mit Schmerzen, Unwohlsein, Durchfall, Verstopfung beziehungsweise wechselnden abnormen Stuhlgewohnheiten einher. Ursachen und Entstehungsmechanismen sind weitgehend unbekannt.

    An der Studie nahmen 51 Patienten mit Reizdarm Syndrom teil. Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt, die zwölf Wochen lang entweder Placebo, Vitamin D (Sublingual-Spray, täglich 3000 IU Vitamin D3) oder Vitamin D in Kombination mit einem Probiotikum (Kapseln mit Lactobacillus und Bifidobacterium) erhielten. Vor Beginn und am Ende der Studie wurde der Vitamin D-Status der Teilnehmer ermittelt. Die Schwere ihrer Reizdarmsymptomatik sollten die Probanden von Anfang bis Ende der Studie anhand eines Fragebogen mit Fragen nach Unterleibschmerzen, Blähungem, Stuhlgewohnheiten und Allgemeinbefinden vierzehntägig selbst einschätzen.

    Etwas über 80 Prozent der Studienteilnehmer wiesen zu Beginn der Studie einen deutlichen Vitamin D-Mangel auf (unter 20 Nanogramm pro Milliliter). Ob das Reizdarmsyndrom mit Durchfall, Verstopfung oder wechselnden Stuhlgewohnheiten assoziiert war, spielte dabei keine Rolle. Probanden mit unzureichendem Vitamin D-Status schätzten ihre Symptome und ihre Lebensqualität tendenziell schlechter ein als Teilnehmer mit normalen Vitamin D-Spiegeln.

    Die zwölfwöchige Supplementierung brachte den Vitamin D-Spiegel bei etwa 90 Prozent der Teilnehmer in den beiden supplementierten Gruppen auf normale Werte. Allerdings hatten auch 60 Prozent der Teilnehmer der Placebo-Gruppe am Ende der Studie einen normalen, wenn auch immer noch recht niedrigen Vitamin D-Status. Hier spielte höchstwahrscheinlich der Wechsel der Jahreszeit eine Rolle: Die Studie begann im Frühjahr, und Vitamin D-Spiegel verbessern sich generell in den Sommermonaten.

    Alle drei Gruppen zeigten im Studienverlauf eine gewisse Verbesserung der Reizdarm-Symptomatik. Die Beobachtung hielt allerdings einer statistischen Signifikanz-Analyse nicht stand. Eine signifikante Verbesserung der Symptome wurde dagegen für die Untergruppe der zu Beginn der Studie Vitamin D-defizienten Probanden gefunden  – hier allerdings für die Placebo-Gruppe weitgehend genauso wie für die beiden supplementierten Gruppen. Aufgrund der kleinen Probandenzahl stößt die Studie hier an die Grenzen ihrer Aussagekraft.

    Die Autoren räumen ein, dass der Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Vitamin D-Supplementierung und Verbesserung der Reizdarmsymptomatik nicht eindeutig gelang. Längere Studien mit mehr Teilnehmern wären notwendig, um hier Klarheit zu schaffen.

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