• Weniger Asthma bei Kinder durch unprozessierte Milch

    von  • 15/03/2016 • Asthma, Körper, Krankheiten, Lunge, Nachrichten, Omega-3, Wirkstoffe

    Deutsche Wissenschaftler finden, dass Kinder, die farmfrische, unprozessierte Milch trinken, seltener an Asthma leiden als ihre Altersgenossen. Eine Erklärung dafür könnte der im Vergleich zur “Supermarkt”-Milch höhere Omega-3 Fettsäuren-Gehalt der unbehandelten Milch sein.

    Unter Leitung von Dr. Erika von Mutius, Professorin für pädiatrische Allergologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, beobachtete die Forschergruppe im Rahmen des PASTURE Forschungsprojekts (Protection against Allergy-Study in Rural Environments) 1133 Kinder aus ländlichen Gebieten Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz, Finnlands und Frankreichs.

    Die Mütter der Kinder führten von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr Gesundheitstagebücher, in denen sie Informationen über Ernährung und Krankheiten der Kleinen notierten. Bei 934 Kindern wurde der Milchkonsum mit Hilfe jährlicher Fragebögen eingeschätzt. Im vierten Lebensjahr wurden Proben der normalerweise getrunkenen Milch sowie Serumproben der Kinder genommen. Im sechsten Lebensjahr wurden die Eltern zum Vorliegen einer ärztlich diagnostizierten asthmatischen Erkrankung ihrer Kinder befragt. Bei 35 asthmatischen und 49 nicht-asthmatischen Kindern wurde ein detailliertes Fettsäureprofil der Milchprobe unter Berücksichtigung von 42 Fettsäuren erstellt.

    Bei der Analyse der Daten stellte sich heraus, dass die Kinder, die regelmäßig unprozessierte Milch tranken, mit sechs Jahren wesentlich seltener an Asthma litten als Altersgenossen, bei denen das nicht der Fall war. Generell nahm die Schutzwirkung mit der Dauer des Milchkonsums zu. Ähnliche Effekte farmfrischer Milch wurden bereits in Studien aus mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern gefunden.

    Die Studienergebnisse erscheinen im Journal of Allergy and Clinical Immunology und wurden am 11. Januar 2016 online veröffentlicht.

    Handelsübliche Kuhmilch wird gewöhnlich zentrifugiert, pasteurisiert und homogenisiert. Die Hitzebehandlung soll potentiell gefährliche Mikroorganismen abtöten, die Zentrifugation filtert Partikel heraus und reguliert den Fettgehalt des Endprodukts, und die Homogenisierung verhindert das Absetzen von Rahm. Sowohl die Veränderung der in der Milch enthaltenen Proteine durch die Pasteurisierung als auch die durch Zentrifugation und Homogenisierung veränderte Fettsäurezusammensetzung könnten für die Zerstörung der in farmfrischer Milch vorliegenden Schutzfaktoren verantwortlich sein. Da Supermarkt-Milch normalerweise alle drei Prozesse durchlaufen hat, können die Studienautoren nur mutmaßen, welche Aspekte der Prozessierung entscheidend sind.

    Mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäuren sind Vorstufen wichtiger Mediatoren der Immunantwort mit entzündungshemmender Wirkung. Daher bringen die Autoren den hohen Omega-3 Fettsäuren-Gehalt und das niedrige Omega-6/Omega-3 Verhältnis der farmfrischen Milch in Zusammenhang mit dem in der Beobachtungsstudie gefundenen Asthma-Schutz.

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